Sieben Monate Elternzeit - auch im Jahr 2016 ist das immer noch eher selten. Ein Wagnis, so lange aus dem Job rauszugehen. Welche Herausforderungen erwarten mich? Wie wird meine neue Rolle als "Hausmann" vom Umfeld und der Gesellschaft aufgenommen? Über all dies berichte ich hier in diesem Blog für die nächsten Sieben Monate.
Der erste Tag der Elternzeit. Seltsam war das Gefühl am Vorabend, für sieben Monate das Büro zu verlassen. Wie ein ganz, ganz langer Urlaub. Danke an meine Arbeitgeber und Chefs, dass sie dieses so unkompliziert ermöglichen!
Dann ist der erste Tag da, die Frau geht wieder arbeiten. Alleine mit Urs, unserem 7 Monate altem Sohn. Ein einziger Sonnenschein, unkompliziert und entspannt. Aber er braucht Betreuung. Vor allem am ersten Tag ohne die Mama. Urs absetzen mit Spielzeug und das Zimmer verlassen? Keine Chance! Später werde ich herausfinden, dass man im selben Zimmer bleiben muss.
Ganz schön viel zu tun. Fläschchen richten, Windeln wechseln, die Küche saubermachen. Und dann will die Wohnung natürlich "vatergerecht" eingerichtet sein. Mit dem Kind auf dem Arm sauge ich die Wohnung. Ziemlich schwer, die fast 8 Kilo Kind. Um 14 Uhr habe ich immernoch den Pyjama an - keine Zeit zum Umziehen bisher!
Endlich gibt es Mittagsschlaf, mit Vorsingen und im Arm wiegen. Urs schläft. Dann klingelt es an der Haustür - weihnachtliche Spendensammler. Erneutes Einschlafritual, dann schläft das Kind. Puh. Schnell waschen und anziehen.
Ich komme auf die grandiose Idee, ein Laufgitter aufzubauen. Klar, Mann der erste Tag zu Hause: Es muss gebastelt werden. Leider ist allein das Herausholen der Holzgitter aus der Kiste schon so laut, dass - das Kind aufwacht! Urs plärrt. Projekt um zwei Stunden verschoben. Als das Gitter endlich steht, stellt sich heraus: Unser Sohn hat einen ausgeprägten Freiheitsdrang. Gitter? Nicht mit mir!
Aber auch die schönen Seiten werden offenbar. So viel Zeit am Stück hatte ich nur um Urlaub mit Urs. Er kommt mir näher, kuschelt sich an, strahlt und lacht über jede Kleinigkeit - ein sonniges Gemüt, das Freude in mein Leben bringt. All der Stress ist vergessen. Um 17 Uhr kommt die Frau nach Hause, und nimmt Urs sofort auf den Arm. Erster Tag geschafft - die Nacht folgt mit vielen Unterbrechungen. Das ist hier kein Urlaub!
rafael1919 am 19. Dezember 16
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da kommen Erinnerungen hoch. Am ersten Tag, als meine Frau wieder arbeiten ging, war Töchterlein so unentspannt, dass ich Zweifel hatte, dass das so funktioniert mit uns beiden. Aber ab Tag 2 hatte sich das weitgehend eingerenkt. Wozu sicher auch beigetragen hat, dass ich die Kleine einmal am Tag zum Stillen in die Firma bei meiner Frau bringen konnte.
Haben Sie eine schöne Zeit - sie vergeht so schnell (meine nicht mehr ganz so Kleine ist grad 12 geworden).